Warum verschwinden Katzen?

STMZ Schweizerische Tiermeldezentrale

Jede Katzenhalterin und jeder Katzenhalter kennt Geschichten von Tierfängern und geklauten Katzen, die im Versuchslabor verenden. Wenn der Freigänger abends nicht mehr nach Hause kommt oder die Wohnungskatze den Weg in die Freiheit findet, macht man sich sofort grosse Sorgen. Was sind die Gründe für verschwundene Hauskatzen und was ist dran an den Gerüchten?

 

Strassenverkehr

Im Strassenverkehr werden jährlich unzählige Katzen überfahren. Leider wird das vermisste Tier nur selten am Strassenrand gefunden: Schwer verletzte Tiere können sich oft noch weite Strecken bewegen um sich zu verstecken, die tote Katze wurde von der Strassenreinigung entfernt oder von Aasfressern versteckt.
Ein Chip kann bei der Identifikation helfen, falls das Tier bei einem Tierarzt oder auf einem Werkhof, der über ein Lesegerät verfügt, abgegeben wird.

Jagd

Die schweizerische Stiftung für das Tier im Recht schreibt dazu: “Ja, auch verwilderte Hauskatzen sind zum Abschuss freigegeben. Nach § 30 Abs. 2 der kantonalen Jagdverordnung dürfen sie im Kanton Zürich vom Jagdpächter oder Jagdaufseher erlegt werden, sofern sie sich in Waldungen aufhalten, die mindestens 300 Meter ausserhalb des nächsten Wohn- oder Wirtschaftsgebäudes liegen. Sämtliche Abschüsse sind ins Wildbuch einzutragen. Vor dem Hintergrund des neuen Fundrechts für Tiere wäre es sinnvoll, getötete Katzen unverzüglich auch der kantonalen Meldestelle für entlaufene und gefundene Tiere anzuzeigen.”

In Deutschland werden ca. 100 000 Katzen von Jägern erschossen. Hat sich die Katze mehr als 200 – 500 m (je nach Bundesland) vom Grundstück entfernt, gilt sie als „wilderndes Haustier“ und darf legal getötet werden.

Fremdfüttern

Viele Katzen werden oftmals gar nicht weit von ihrem Zuhause als vermeintliche Streuner angefüttert und behalten. Es ist zwar verboten, eine Katze ohne Nachforschung und Meldung nach deren Besitzer einfach so zu behalten, aber manche Menschen haben ein grosses Herz und denken nicht weiter nach. Auch in diesem Fall lässt sich eine gechippte Katze leichter identifizieren, was vor allem bei Katzen ohne besondere Merkmale wichtig sein kann und es ist rechtlich einfacher, seine Katze wieder zurückzubekommen.

Katzenhasser

Leider wahr sind die Geschichten über Katzenhasser und Tierquäler, die mit Gift, Gewalt und Waffen Jagd auf Katzen machen. Sollten in der Gegend ernstzunehmende Gerüchte über Tierquäler die Runde machen, kann man seine Katze vorübergehend im Haus behalten, was dieser leider kaum gefallen wird.

Legenden

Bis in die 80er Jahre durften gefangene zahme Katzen an Tierversuchslabore verkauft werden. Seither müssen Labore die Versuchstiere laut EU-Gesetz von kontrollierten und zertifizierten Züchtern beziehen.
Die sogenannte Katzenfellmafia gehört wohl auch eher ins Reich der Legenden, früher wurden zwar tatsächlich Decken aus Katzenfell gegen Rheuma empfohlen, seit 2007 ist der Handel mit Katzen- und Hundefellen in der EU aber verboten. Der Aufwand und die Gefahr des Entdecktwerdens machen im Verhältnis zum Erlös des Handels mit Katzenfellen wenig Sinn. Katzenfelldecken helfen bei rheumatischen Erkrankungen nicht mehr oder weniger als jede andere Decke. Ausser das Fell befindet sich noch am lebenden, zufrieden schnurrenden Tier, dies hat erwiesenermassen eine heilende Wirkung.

So können Sie die Gefahr für Ihre Katze vermindern
Die wichtigste Massnahme ist das Kastrieren, am Besten vor dem Erreichen der Geschlechtsreife. Rollige Katzen und unkastrierte Kater können Artgenossen des anderen Geschlechts über weite Strecken hin anlocken, falls diese ebenfalls nicht kastriert sind. Und sie können selbst auf die Reise gehen, wenn die Liebe lockt.
Chippen hilft gegen die ungewollte Adoption durch tierfreundliche Mitmenschen und beim Wiederauffinden von Opfern des Strassenverkehrs.

Hier finden Sie Tipps zum Wiederfinden von vermissten Katzen.

Schweizerische Tiermeldezentrale

Quellen:

www.vier-pfoten.de/themen/heimtiere/katzen/ratgeber/warum-verschwinden-hauskatzen/

www.tierimrecht.org

 

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