Tipp: Frühkastration

Frühkastration bei Katzen

Von Frühkastration spricht man, wenn Katzen im Alter von 3–4 Monaten kastriert werden*. Bei Rassekatzen wie z.B. Siamesen, Abessiniern und Bur­mesen kann die erste Rolligkeit bereits ab 4 Monaten auftreten, während manche Langhaarkatzen oft erst mit ca. 1-jährig das erste Mal rollig werden.

Katzen ohne Rasse können hingegen irgendwann geschlechtsreif werden. Ausserdem rollen manche Kätzinnen still, das heisst ohne die auffallenden Symptome einer Rolligkeit, bei Katern sind die Anzeichen auch nicht immer offensichtlich. Und in Katzengruppen kann sowohl zwischen Elterntieren und ihren Jungen wie bei Geschwistern Inzest leider nicht ausgeschlossen werden. Dies alles führt immer wieder zu ungeplantem Nachwuchs.

Die veralteten Ansichten dass eine Katze vor der Kastration einmal rollig gewesen sein muss, gilt nicht mehr. Ebenso wenig dass das Tier schwerer als 2.5 Kilo sein soll oder mindestens 6 Monate alt.

Ist das nicht zu früh?

Natürlich sehen drei oder vier Monate alte Katzen klein und zerbrechlich aus. Aber zu klein zum kastrieren sind sie nicht, denn schliesslich kastrieren Tierärzte auch Mäuse, Meerschweinchen und andere kleine Nagetiere.

Z.B. in den USA wird oft sehr früh kastriert, dies vor allem auch aus Tierschutzgründen, da ca. 70% der Katzen in den Tierheimen euthanasiert werden. Da ist es absolut elementar zu verhindern, dass noch mehr Katzenbabies geboren werden. Aber auch in Europa sind die Tierheime voll.

Die Vorteile der (Früh)kastration

  • Junge Tiere verkraften eine Operation im Allgemeinen besser
  • Kastrierte Katzen leben statistisch gesehen länger
  • Die anstrengende Rolligkeit der Katze und das übelriechende Urinmarkieren der Kater fällt weg
  • Unkastrierte Katzen können eine für sie und ihr Umfeld sehr unangenehme Dauerrolligkeit entwickeln
  • Verringert bei weiblichen Tieren das Risiko hormoneller Erkrankungen wie Zysten, Gesäugetumore oder Gebärmutterentzündungen*
  • Reduziert das Bedürfnis herum zu streunen, daher ist die Gefahr von Verkehrsunfällen kleiner
  • Kastrierte Tiere haben ein geringeres Risiko zu entlaufen
  • Stärkere Menschenbezogenheit
  • Weniger Aggressionen anderen Katzen und Katern gegenüber
  • Kein Zuwachs ungewollter Kätzchen, für die man kein gutes Zuhause findet
  • Deutlich geringeres Risiko der Infektion mit FeLV (Leukose) oder FIV (Katzenaids) wegen weniger Katzenkämpfen und durch den Wegfall von Paarungsbissen

Gewichtszunahme

Da der Kalorienbedarf sinkt, benötigen kastrierte Katzen weniger Futter, aber mit der richtigen Ernährung werden sie nicht übergewichtig.

Es gibt sogar Theorien, dass die frühkastrierte Tiere weniger an Gewicht zulegen. Denn der Energiebedarf einer kastrierten Katze ist um etwa 30% Prozent niedriger als der einer geschlechtsreifen unkastrierten Katze. Wird das Tier vor der Geschlechtsreife kastriert, kommt es gar nie zu diesem höheren Futterbedarf. Ein geschlechtsreifes Tier hat sich aber bereits daran gewöhnt mehr zu fressen, wenn es kastriert wird und wird dies zumindest vorerst beibehalten.

Gründe gegen eine Frühkastration

Kranke Katzen können unter Umständen nicht operiert werden, da muss erst der Gesundheitszustand so weit verbessert werden, bis eine Operation kein Risiko mehr darstellt.

Kätzinnen sollten wegen der vermehrten Durchblutung der Gebärmutter nicht während der Rolligkeit kastriert werden. Eine Dauerrolligkeit kann man für die Operation vorher medikamentös abbrechen.

 

Risiken einer Schwangerschaft bei Katzen

Kleine Kätzchen sind nunmal unglaublich niedlich und man vergisst allzu gerne die Probleme, die Schwangerschaft, Geburt und Aufzucht bieten können. Hier nur ein paar davon:

  • Wird die Katze draussen von irgendeinem Kater in der Nachbarschaft gedeckt, besteht die Gefahr einer Ansteckung mit FIV (Katzenaids), Leukose (Katzenleukämie) oder anderen Krankheiten.
  • Bei Elterntieren mit nicht zueinander passenden Blutgruppen kann es ausserdem zum sogenannten “Fading Kitten Syndrome” (Feline Neonatale Isoerythrolyse) kommen. Das heisst, dass die Kitten mit der Erstmilch der Mutter Antikörper gegen rote Blutkörperchen ihrer Blutgruppe aufnehmen. Je nach Konzentration der Antikörper kann dies sogar zum Absterben von Gliedmassen oder dem Tod der Kleinen führen.
  • Wird eine Katze schwanger, wenn sie noch sehr jung und nicht ausgewachsen ist, vergrössert dies die Risiken einer Schwergeburt. Auch kann es bei solchen “Teenagerschwangerschaften” vorkommen, dass sich die junge Mutter nicht gut genug um die Kitten kümmert, weil sie emotional noch nicht reif genug ist.
  • Muss man Kätzchen mit der Flasche aufziehen, sollte man sich bewusst sein, dass die kleinen tagsüber alle zwei Stunden und nachts alle vier Stunden gefüttert werden müssen. Mit der anschliessenden Bauchmassage benötigt das unglaublich viel Zeit, die man investieren muss. Sollten Sie über so viel Geduld verfügen und gut ohne Schlaf auskommen, denken Sie bitte darüber nach, Pflegestelle für Katzenwaisen zu werden…

*andere Quellen sprechen von Frühkastration bis zu 6 Monaten

 

Das Magazin Pfotenhieb zum Thema: www.pfotenhieb.de

Ausführliche Informationen zur (Früh)kastration: www.katzen-fieber.de

Infoflyer: www.cat-care.de

Wahrheiten und Mythen: katzenfreunde.bplaced.net

Warum auch Züchter frühkastrieren z.B. hier: www.sanfteriesen.ch

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