Unsauberkeit

Katzenklo Unsauberkeit

Unsauberkeit bei Katzen ist ein sehr unangenehmes Thema und ein häufiger Grund dafür, dass die Tiere im Tierheim landen oder gar eingeschläfert werden. Katzenkot und -urin stinken fürchterlich und das Putzen kann ganz schön an die Nerven gehen.

Aber Unsauberkeit kann viele Ursachen haben und diese sind oft nicht allzu schwierig aus der Welt zu schaffen. Die erste Massnahme bei wiederkehrenden Pinkeleien oder Kot ausserhalb des Katzenklos ist ein Besuch beim Tierarzt, um körperliche Gründe auszuschliessen. Aber auch eine Katze, die gestresst ist oder nicht kastriert, die das Streu in ihrem Klo nicht mag oder einfach alt und etwas senil ist, kann unsauber werden. Es gibt viele verschiedene Gründe und ebenso viel, was man dagegen unternehmen kann.

Den Kopf der Katze in die Urinpfütze oder das Häufchen zu drücken, hat überhaupt keinen Lerneffekt, sondern ist schlicht Tierquälerei. Die Katze kann keinen Zusammenhang zwischen ihrer Unsauberkeit und der menschlichen Handlung erstellen. Ebenso wenig helfen anschreien, schütteln oder schlagen.

Nur wenn die Katze auf frischer Tat ertappt wird, hilft ein lautes Nein. Die Katze kann danach sofort in ihr Katzenklo gesetzt werden und wenn sie dort auch nur ein wenig scharrt, sollte man sie ausgiebig loben. Denn Katzen können Ereignisse nur innerhalb einiger Sekunden miteinander in Zusammenhang bringen und zwar sowohl positive wie negative.

Ursache Hormone
Ursache Krankheit
Ursache Katzenklo
Ursache Stress
Die alte Katze
Harnmarkieren
Tipps zur Reinigung
Links zu Unsauberkeit

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Ursache Hormone

Kastrierte Katzen und Kater markieren seltener als unkastrierte. Sexuell aktive Tiere müssen für mögliche Geschlechtspartner Markierungen hinterlassen. Katzen sind Nasentiere und kommunizieren auch über Duftsignale. Bei Katzen die vor dem Erreichen der Geschlechtsreife kastriert werden, ist die Wahrscheinlichkeit des Urinmarkierens viel geringer.

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Ursache Krankheit

Die erste Massnahme bei Unsauberkeit ist ein Besuch beim Tierarzt. Dort kann eine Blasenentzündung oder Harngriess ausgeschlossen werden. Erkrankungen der Harnwege verursachen grosse Schmerzen und können sogar tödlich enden.

Katzen, die beim Urinieren Schmerzen haben, pinkeln oft auf weiche Unterlagen, wie Teppiche, Kissen oder Kleider. So versuchen sie den Schmerz zu lindern und ärgern ihre Menschen damit ganz besonders.

Wenn die Schmerzen beim Klogang stark sind, kann es sein, dass das Tier diese in Zusammenhang mit der Toilette bringt und deshalb die Kloschale meidet.

Katzen verstecken ihre Schmerzen ausgezeichnet, weshalb es für uns Menschen kaum festzustellen ist, wenn sie gesundheitliche Probleme haben.

Auch bei Verletzungen ist oft die Blase betroffen, denn wenn Nerven im Beckenbereich geschädigt sind, kann die Entleerung nicht mehr kontrolliert werden. Die Blase läuft zuerst voll und dann über. Die chronische Überlaufblase muss mehrmals am Tag sehr sanft vom Besitzer ausmassiert werden, was nicht alle Katzen tolerieren.
Verletzungen des Schwanzes und des Gehirns sowie eine schwache Blasenmuskulatur können ebenso zu unkontrolliertem Pinkeln führen.

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Ursache Katzenklo

Auch das Katzenklo an sich, sein Standort oder ein unangenehmes Erlebnis darin können eine Katze davon abhalten, es zu benutzen.
Als erste Massnahme kann das Klo häufiger gereinigt werden, viele Katzen sind sehr pingelig.  Die Toilette sollte ausserdem an einem gut zugänglichen, für die Katze sicheren Ort stehen.

  • Viele Katzen ziehen ein offenes Klo einem geschlossenen vor.
  • Das Klo sollte gross genug sein, damit die Katze sich darin herumdrehen und ausgiebig scharren kann.
  • Kleine oder alte Katzen haben evtl. Mühe damit, die Klapptüre eines Haubenklos zu öffenen.
  • Das Klo sollte nicht in der Nähe zum Futternapf oder der Trinkgelegenheit stehen.
  • Bei mehreren Katzen sollte immer so viele Klos wie Katzen und am Besten noch eines mehr aufgestellt werden.
  • Mehrere Katzenklos sollten mit genügend Abstand dazwischen stehen.
  • Es gibt viele schöne Designerklos, die z.T. auch in Möbel eingebaut sind. Oftmals gefallen sie aber den Menschen besser als den Katzen, die sie benutzen sollten.
  • Auch die Sorte des Streus kann eine Rolle spielen: Möglicherweise hilft die Umstellung z.B. von grobem Klump- auf feineres Streu. Andererseits kann eine bis anhin stubenreine Katze plötzlich anfangen herumzupinkeln, wenn ihr Lieblingsstreu durch ein anderes ersetzt wird.
  • Zuwenig Streu kann auch stören. Bitte immer genug Streu einfüllen, mindestens 6 cm hoch.
  • Wenn es bei mehreren Tieren zu so genanntem Klomobbing (auflauern, verjagen oder schon nur anstarren) kommt, wird ein anderer Platz gesucht.
  • Ebenso kann eine Katze, die sich auf der Toilette unsicher fühlt, diese meiden. Das Klo sollte immer an einem ruhigen Ort mit geeigneten Fluchtmöglichkeiten platziert werden.

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Ursache Stress

Wenn Katzen sich nicht wohlfühlen, können sie mit Unsauberkeit reagieren. Dies kann sowohl ernsthafte Ursachen haben, wie auch für uns Menschen völlige Nebensächlichkeiten betreffen.

  • Ist eine neue Katze oder ein anderes Haustier eingezogen, kann es sein, dass das bisherige Tier deswegen unsicher ist.
  • Ein vertrauter Mensch oder ein Tier sind ausgezogen oder verstorben.
  • Der Mensch ist frisch verliebt und die Katze muss plötzlich die Aufmerksamkeit teilen.
  • Ein Baby wurde geboren und es dreht sich nicht mehr alles um die Katze.
  • Nach einem Umzug oder einer Renovation ist möglicherweise der Lieblingsplatz der Katze nicht mehr wie früher.
  • Irritierende Raumsprays oder Parfüms.
  • Lärm.
  • Die Lieblingsdecke wurde gewaschen.

Für alle stressbedingten Ursachen gilt: Geduld!

Veränderungen sollten wo möglich langsam gemacht werden. Ein neues Haustier sollte langsam mit der Katze zusammengeführt werden, das Baby sollte ausführlich beschnuppert werden dürfen, fremde Menschen sollen die Katze vorsichtig begrüssen.
Bei Veränderungen in der Wohnung kann man darauf achten, die Kuscheldecke zum neuen Möbel zu legen, damit dieses vertrauter riecht. Tipps für den Umzug mit Katze(n) findet man hier.

Mögliche Hilfe bieten auch Feliway, ein für manche Katzen beruhigendes Pheromon-Produkt, Zylkene, welches das entspannende Casein enthält oder Bachblütentropfen.

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Die alte Katze

Alte Katzen können genauso wie alte Menschen inkontinent werden. Sie können ihren Harn nicht mehr halten oder aufgrund von Gelenkproblemen nicht mehr ins Katzenklo klettern oder sich nicht mehr richtig hinkauern. Auch können sie senil werden und sich nicht mehr erinnern, wo das Klo steht oder wie sie dieses benutzen sollten. Es kann helfen, weitere Klos aufzustellen und zwar dort, wo die Katze sowieso vorbei muss.

Blut- und Urinwerte sollten auch bei älteren Katzen vom Tierarzt getestet werden, um organische Ursachen auszuschliessen.

Spezielle Katzenwindeln (oder Windeln für „Frühchen“) können helfen, besonders in der Nacht. Allerdings sind diese für den längeren Gebrauch nicht billig und können zu Entzündungen führen. Bei Langhaarkatzen hilft es auch, sie hinten etwas zu scheren, damit sie sich besser putzen können.

Inkontinenzauflagen aus dem Pflegebereich können als Schlafplätze dienen und vielleicht Sofas retten. Das Bett kann tagsüber mit einer wasserdichten Decke abgedeckt werden.

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Harnmarkieren

Ob eine Katze harnmarkiert erkennt man daran, dass sie mit zitterndem Schwanz gegen eine senkrechte Fläche (draussen z.B. gegen ein Gebüsch) pinkelt. Dieses Schwanzzittern zeigt sie zwar auch, wenn sie sehr zufrieden ist, das hat aber mit Markieren nichts zu tun.

Vom Unsauberkeitspinkeln unterscheidet sich das Markieren dadurch, dass vor allem senkrechte Flächen wie Wände oder Möbel bepinkelt werden. Es ist ein wichtiges Kommunikationsmittel geschlechtsreifer Kater und Katzen, die ihr Revier markieren wollen. In Haus und Wohnung ist es leider eine echte Plage.
Die erste Massnahme ist das rechtzeitige Kastrieren in jungem Alter, denn ist der Kater zu alt, kann sich das Verhalten bereits verfestigt haben und ist kaum mehr wegzubringen. Bei einer Frühkastration zwischen vier und sechs Monaten ist die Wahrscheinlichkeit des Markierens sehr gering.

Katzen sollten nicht alleine gehalten werden, ausser sie seien eingefleischte Einzelgänger. Wenn Kitten von klein auf zusammenwohnen, haben sie die Chance sich zu sozial kompetenten Katzen zu entwickeln. Soll eine neue Katze dazukommen, ist es wichtig, diese passend auszuwählen und mit den vorhandenen Tieren langsam zusammenzuführen. Dies alles verringert Stress und somit das Risiko des Herumpinkelns.

Wohnungskatzen können drinnen zu markieren anfangen, wenn sie aus dem Fenster oder vom Balkon draussen einen Konkurrenten sehen.

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Tipps zur Reinigung

Viele Reinigungsmittel enthalten Ammoniak und dieser ist auch in Urin enthalten. So wird der Pipigeruch der Pinkelstelle nicht entfernt, sondern eventuell sogar verstärkt, auch wenn wir dies nicht riechen können. Die Katze oder der markierende Kater wird immer wieder dort hinpinkeln.
Zur Reinigung muss unbedingt ein Enzymreiniger verwendet werden, im Fachhandel sind verschiedene Produkte erhältlich.
  • Enzymreiniger brechen mit Hilfe von Bakterien die für den Gestank verantwortlichen Urinkristalle auf. Z.B. bei einem vollgepinkelten Sofa müssen sie grosszügig und evtl. wiederholt angewendet werden, denn die Flüssigkeit muss tief ins Gewebe eindringen um den vorhandenen Urin neutralisieren zu können.
  • Bei einem frischen Fleck zuerst die Flüssigkeit mit Haushaltspapier wegmachen.
  • Reiniger zuerst an einer unaufälligen Stelle testen.
  • Essigreiniger nicht gleich zu Anfang verwenden, da sonst möglicherweise der Geruch auf Textilien fixiert bleibt! Alle Arten von Reinigern, die Essig enthalten, höchstens am Schluss zur Geruchsentfernung anwenden, wenn der Katzenurin gründlich entfernt ist.
  • Sollte der Ort, wo die Katze hingepinkelt hat, schwer zu finden aber leider gut zu riechen sein, kann man ihn bei Dunkelheit mit einer UV-Lampe sehen. So findet man jede stinkende Stelle.
  • Die Pinkelstelle sollte möglichst nicht im Beisein der Katze gereinigt werden!

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Links und Informationen zum Thema Unsauberkeit bei Katzen

www.unsaubere-katze.com

www.lieblingskatze.net

www.einfachtierisch.de

www.haustiermagazin.com

www.kater-markiert.de

www.geliebte-katze.de

www.katzen-fieber.de

„Stille Örtchen für Stubentiger“, Christine Hauschild, ISBN: 978-383702225-4