Katzenschutz

Katzenschutz = Kastration? In der Schweiz leben ca. 1.5 Millionen Katzen und es werden immer mehr. Das Katzenleid in der Schweiz ist gross. Tausende von Katzen leben halbwild oder wild auf Bauernhöfen, Fabrikarealen, in Siedlungen, Gartenanlagen und an vielen anderen Orten und vermehren sich weiter.

Jedes Jahr werden immer noch unzählige Jungtiere getötet, weil sie unerwünscht sind und die Verantwortlichen die Kosten für eine Kastration scheuen oder bewusst auf Kastrationen verzichten, sei dies aus Gleichgültigkeit, aufgrund von Missverständnissen oder Unwissen. Viele Tiere sterben zudem an Krankheiten wie Katzenseuche oder Katzenaids, werden überfahren oder von Jägern erschossen, weil sie wildern.

Die frühere Meinung, dass eine weibliche Katze unbedingt einmal geworfen haben muss, gilt heute nicht mehr.

 

Warum soll ich meine Katze oder meinen Kater kastrieren lassen?

Gesundheitliche Gründe

Unkastrierte Tiere streunen mehr herum und sind grösseren Gefahren aus­gesetzt. Dazu gehören nicht nur Verkehrsunfälle, sondern auch übertragbare Krankheiten, die bei Revierkämpfen und Geschlechtsverkehr übertragen werden.
Bei weiblichen Tieren sinkt durch die Kas­tration das Risiko hormonell bedingter Erkrankungen.
Allgemein steigt die Lebensqualität kastrierter Kater und Katzen und sie werden um einiges älter.

Die Lebenserwartung ist bei kastrierten Tieren deutlich höher.

Verhalten

Kastrierte Katzen und Kater werden etwas ruhiger und häuslicher, oft sind sie auch verschmuster. Katzen mit Auslauf bleiben weiterhin gute Mäusefänger, falls sie vorher schon gejagt haben.
Da der Kalorienbedarf sinkt, benötigen sie weniger Futter, aber mit der richtigen Ernährung werden sie nicht übergewichtig.

Bei Rassekatzen wie z.B. Siamesen, Abessiniern und Bur­mesen kann die erste Rolligkeit bereits ab 4 Monaten auftreten, während manche Langhaarkatzen oft erst mit ca. 1-jährig das erste Mal rollig werden.

Hygiene

Ihr Revier markieren unkastrierte Katzen und vor allem Kater mit übelriechendem Urin. Dabei unterscheiden sie nicht zwischen einem Gebüsch im Garten oder dem neuen Sofa im Haus.

Tierschutz

In der Schweiz gibt es mit 1,3 bis 1,5 Millionen mehr als genug Katzen. Viele davon warten in Tierheimen oder auf Pflegestellen sehnsüchtig auf ein neues Zuhause. Darunter sind auch junge Kätzchen und Rassekatzen zu finden.
Geburtenverminderung bei Katzen ist im­mer auch Vogelschutz.

Für Katzen mit Auslauf ins Freie ist die rechtzeitige Kastration entscheidend, um eine unkontrollierte Vermehrung und damit viel Katzenelend zu verhindern.

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Kastration bei der weiblichen Katze

Wann soll die Kätzin kastriert werden?
Katzen können ab einem Alter von 4 bis 5 Monaten kastriert werden. Auch Frühkastrationen ab 3 Monaten haben in ausgedehnten Studien keine Nachteile gezeigt.
Eine Katze kann ca. 10 Wochen nachdem sie Junge geboren hat, kastriert werden.

Was wird bei der Kastration gemacht?

Bei der Kastration der Katze werden unter Vollnarkose beide Eierstöcke entfernt. Die Gebärmutter wird belassen, sofern sie bei der Operation nicht als krankhaft verändert erscheint.

Gibt es Alternativen?

Für eine vorübergehende Geburtenregelung können Hormontabletten gegeben werden (in der Regel eine Pille in der Woche). Manche Katzen lassen sich Tabletten aber nur sehr ungern verabreichen.
Die Pille kann aber das Risiko für eine Gebärmutterentzündung erhöhen.

Vorteile der Katzen-Kastration

  • Keine Rolligkeitssymptome (lautes nächtliches Schreien, mit übelriechendem Urin markieren…)
  • Verringert das Risiko hormoneller Erkrankungen wie Zysten, Gesäugetumore oder Gebärmutterentzündungen*
  • Unkastrierte Katzen können eine für sie und ihr Umfeld sehr unangenehme Dauerrolligkeit entwickeln
  • Reduziert das Bedürfnis herum zu streunen, daher ist die Gefahr von Verkehrsunfällen kleiner
  • Kastrierte Tiere haben ein geringeres Risiko zu entlaufen
    Stärkere Menschenbezogenheit
  • Weniger Aggressionen anderen Katzen und Katern gegenüber
  • Kein Zuwachs ungewollter Kätzchen, für die man kein gutes Zuhause findet
  • Deutlich geringeres Risiko der Infektion mit FeLV (Leukose) oder FIV (Katzenaids) wegen weniger Katzenkämpfen und durch
    den Wegfall von Paarungsbissen

* Bei Katzen ist der Muttermund während der Rolligkeit leicht geöffnet. Dadurch können Bakterien hineingelangen.





Kastration beim Kater

Wann sollte ein Kater kastriert werden?
Kater können ab ca. 5 Monaten kastriert werden, am besten jedoch bevor sie beginnen, ihr Territorium zu markieren. Auch ältere Tiere können problemlos noch operiert werden.

Was wird bei der Kastration gemacht?

Bei der Kastration des Katers werden beide Hoden unter Vollnarkose entfernt. Die Wunde wird offen gelassen, damit Wund­sekret abfliessen kann und heilt innert weniger Tage ab.

Warum sollten Kater kastriert werden?

Geschlechtsreife Kater markieren ihr Revier durch Harnspritzen an verschiedenen Stellen. Tun sie dies im Haus, stört der ekelhaft penetrante Geruch.
Unkastrierte Kater sind oft tagelang unterwegs, wenn rollige Weibchen ihnen den Kopf verdrehen. Dabei kommt es nicht selten zu blutigen Auseinandersetzungen mit Rivalen. Eiterbeulen und Blutvergiftungen mit Fieber sind oft die Folge davon.
Meistens wird ein Kater durch die Kastration anhänglicher und häuslicher.

Vorteile der Kater-Kastration

  • Keine* oder deutlich weniger übelriechende Urin-Markierungen
  • Die schlafraubenden nächtlichen Gesänge bleiben aus
  • Reduziert das Bedürfnis herum 
zu streunen, daher ist die Gefahr von Verkehrsunfällen kleiner
  • Kastrierte Tiere haben ein geringeres Risiko zu entlaufen
  • Weniger Revierkämpfe = weniger Verletzungen, geringeres Infektionsrisiko
  • Stärkere Menschenbezogenheit
  • Weniger Aggressionen anderen Katzen und Katern gegenüber
  • Deutlich geringeres Risiko der Infektion mit FeLV (Leukose) oder FIV (Katzenaids) wegen weniger Katzenkämpfen und durch 
den Wegfall von Paarungsbissen

* Sofern der Kater vor dem Erreichen der Geschlechtsreife kastriert wird.

Die Geschlechtsreife der Katzen tritt heutzutage früher ein,
nicht mehr mit 7 bis 9 Monaten, sondern oft schon ab 4 bis 5 Monaten!

 

Vor und nach der Kastration

Moderne Narkosemittel verringern das Risiko eines Zwischenfalls, trotzdem sollten gewisse Vorsichtsmassnahmen vor und nach der Operation beachtet werden:

  • Die Katze muss gesund sein
  • Mindestens 12 Stunden vor der Operation kein Futter verabreichen (Erstickungsgefahr)
  • Wasser darf noch zur Verfügung stehen
  • Nach der Operation an einem warmen Platz ausschlafen lassen, nicht auf einem erhöhten Liegeplatz, wegen Unfallgefahr
  • Das Tier erst nach draussen lassen, wenn es ganz aus der Narkose aufgewacht ist und erst dann wieder füttern.
  • Sollte die Wunde eitern oder die Katze nach der Aufwachphase nicht munter sein, müssen Sie sich beim Tierarzt melden.

 

Folgende Organisationen sowie viele weitere Tierschutzorganisationen führen Katzenkastrationsaktionen durch:

www.netap.ch/de/aktivitaeten/kastrationen

www.susyutzinger.ch/de/aktivitaeten/projekte-ch/katzen-kastrationsaktionen-ch/

www.vier-pfoten.ch/de/projekte/streunertiere/streunerkatzen-in-der-schweiz/bisherige-einsaetze-in-der-schweiz/

 

Kastrationsflyer_D